Zinskommentar 7/2017
 

Zinserhöhung ?

Die nächste Horrorvision für Häuslebauer?

 
Draghi wird deutlicher - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) äußerte sich beim geldpolitischen Forum der EZB im portugisischen Sintra optimistisch, dass sich der Aufschwung in der Eurozone fortsetzen werde. Für viele Markt-teilnehmer noch überraschender waren aber seine Aussagen zur Preisentwicklung. So deutete Draghi an, dass sich die Inflation in der Eurozone bald wieder in Richtung Zielmarke der EZB bewegen könnte.
Dass es nun rasch zu einer Zinserhöhung kommt, ist denn auch alles andere als ausgemacht. Wahrscheinlicher ist, dass die Notenbank das Volumen ihres Anleiheankaufprogramms sukzessive zurückfährt und damit einen sanften Einstieg in den Ausstieg aus der Politik der Geldschwemme einleitet. Ab Mitte Juni 2019 könnte dann der Start zu einer Reihe kleinerer Zinserhöhungen erfolgen.
Unterdessen tragen viele Faktoren dazu bei, die Bewegungsfreiheit der EZB zu erhöhen. Da ist zum einen die US-Notenbank FED, die an ihrem Kurs der schrittweisen Zinserhöhung festhalten will. Auch die Inflation spielt mit – auch wenn es in der Eurozone wegen gesunkener Energiepreise zuletzt einen kleinen Knick gab. Zu guter Letzt stimmt auch die verbesserte Wirtschaftsstimmung optimistisch.
In jedem Fall stehen die Zeichen also auf höhere Zinsen – die Frage ist nur in welchem Tempo sie steigen. Weil das Inflationsrisiko überschaubar und die Konjunktur noch nicht in allen Euro-Staaten robust ist, spricht vieles für eine sehr zaghafte Anpassung. Das hätte dann auch Auswirkungen auf die Konditionen für Baukredite.  Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, die als Benchmark für die Entwicklung der Hypothekenzinsen gelten, sind zuletzt zwar deutlich gestiegen, im starken Wettbewerbsumfeld der Banken hat sich das aber noch nicht vollumfänglich niedergeschlagen.
Potenzielle Hauskäufer oder Bauwillige sollten sich von einem möglichen Zinsanstieg nicht in Panik versetzten lassen – zumal die Immobilienpreise in vielen Regionen Höchstmarken erreicht haben. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret sieht zwar für Deutschland insgesamt keine Immobilienblase, rät aber beim Immobilienkauf auf ein ordentliches Objekt, eine passable Lage, einen vernünftigen Preis und eine solide Finanzierung zu achten. Es kommt auf ein stimmiges Gesamtpaket an – und zwar für Selbstnutzen und Kapitalanleger.

Zinstrend:

Kurzfristig: leicht steigend
Mittelfristig und langfristig: steigend

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